Googles Powerpoint Konkurrent
September 19th, 2007 | by Wolfgang |Gestern konnte man auf vielen Seiten lesen, dass Google seine Präsentationssoftware im Browser vorgestellt hat und damit das Google Office vorläufig komplett wäre. Ist eine AJAX-basierte Präsentationssoftware aber wirklich alltagstauglich? Was ist mit der mangelnden Offlinefähigkeit, die oft bei Browseranwendungen kritisiert wird?
Nun, Google Presentations geht gut von der Hand, d.h. es lässt sich einfach und sehr intuitiv bedienen. Alle Standartfunktionen, die man von Powerpoint kennt sind vorhanden. Kritisch wird es aber bei den Funktionen, die man im täglichen Leben braucht (zumindest als Powerpoint User, und das sollten >90% der Profis sein.)
So unterstützt Google Presentations keine Folienmaster, benutzerdefinierte Designs oder automatische Handout Generierung. Das sind Features auf die man sicher versichten kann, wenn man einfach mal so eine Präsentation mit seinen Urlaubsbildern im Sportverein vorstellen möchte. Möchte man aber professionell im Firmenumfeld eine Präsentation halten, dann sind zumindest die beiden ersten Features ein muss.
Die technisch bedingte mangelnde Offlinefähigkeit von AJAX-Anwendungen kompensiert Google nicht mit Google Gears wie beim Reader sondern mit einer Exportfunktion. Die fertigen Präsentationen lassen sich nämlich als ZIP-Datei auf den lokalen Rechner laden. In dieser befindet sich dann eine Offline-Version der Präsentation in Form von HTML, CSS und JavaScript. Soweit, so gut aber was ist nun, wenn ich die Präsentation noch kurz vor dem Termin ändern möchte? Ich selbst schaue mir eine Präsentation gerne noch mal vorher an und finde dann auch gerne noch den einen oder anderen (Schreib-)Fehler, den ich bei Google Presentations aber nur mit dem Texteditor im blanken HTML ändern kann.
Ein weiterer Nachteil an Google Presentations ist die Performanz. Ich meine dabei nicht die allgemeine Performanz der Anwendung (die ist ganz in Ordnung), sondern die Performanz, wenn ich viele große Grafiken einbinden möchte. Diese müssen nämlich alle zuerst hochgeladen werden und wenn ich nicht gerade eine wirklich fette DSL Standleitung habe, dann bremst dies den Arbeitsfluss gewaltig. Und was ist, wenn ich multimediale Inhalte wie Sounds oder Videos einfügen möchte? Dann muss ich Powerpoint nehmen, denn Google unterstützt bisher nur Bilder.
Fazit: Wie schon damals Google Spreadsheets ist auch Google Presentations eine eindrucksvolle Demonstration, was heute mit AJAX alles möglich ist und in welche Richtung der Bedienkomfort einer gehosteten Software gehen könnte. Ich selbst würde heute noch nicht auf Office-Software im Browser setzten und verstehe auch, warum so wenige Firmen Google Apps einsetzten. Ich verstehe nicht, warum manche Leute am liebsten überhaupt keine Software mehr auf dem lokalen Rechner haben sondern alles Online im Browser (am besten von Google) haben möchten.
Weitere Infos u.a. bei Golem, Mashable, GWB, TechCrunsh,…
| Tags:ajax, google, google-presentations |
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