Sourcecode in Fachbüchern
August 22nd, 2007 | by Wolfgang |![]()
(Foto: pixelio.de)
Ich habe eben etwas in einem Buch über Web Services nachgelesen und da bin ich wieder auf folgendes Phänomen gestoßen: seitenweise Quelltexte. Ein kurzer Quelltext um einen Algorithmus zu erläutern oder ein Implementierungsdetail genau zu zeigen ist ja nicht schlecht - aber wer liest sich 5,6,7 oder mehr Seiten Quelltexte am Stück in einem Buch durch?
Ich bin sicher, dass so manches Fachbuch zu einem Viertel aus Sourcecode besteht. Bei manchen Büchern ist es sicher noch mehr, vor allem diese 1200 Seiten starken X-das-Kompendium Wälzer (für X einfach ein x-beliebiges Thema einsetzen). Die Frage, die sich mir nun aufdrängt: Warum? Sicher, Code lässt sich viel schneller und einfacher als schreiben, zudem man sich oftmals einen Großteil des Codes generieren kann.
In der Schlussfolgerung heißt das, dass sich manche Autoren einen Großteil des Buches generieren können. Ist doch super easy und spart vor allem eine Menge Zeit. Da wäre der nächste logische Schritt doch das Fachbuchplugin für Eclipse, um quasi on-the-fly beim Entwickeln als Nebenprodukt das Buch zum Code zu generieren. So etwas Ähnliches gibt es schon im Filmbereich oder nimmt doch jemand ernsthaft an, dass ein Buch zum Film (also erst Film, dann Buch) von einem echten Autoren geschrieben wurde? In der Realität werden einfach alle Regieanweisungen aus dem Drehbuch entfernt, ein paar belanglose Floskeln hinzugefügt und das Ganze anschließend mit dem Google Translator in die gewünschte Zielsprache übersetzt.
![]()
(Foto: pixelio.de)
Nun, bei den Fachbüchern sind wir noch nicht soweit. Zumindest noch nicht in allen Bereichen, denn die klassischen X-die-Referenz Bücher, die auf 200-350 Seiten ein Nachschlagewerk für ein Thema X darstellen sollen, bestehen doch heute schon aus sagenhaften 80% Code, JavaDoc und Samples vom Hersteller. So was nenne ich Recycling! Und das Schöne daran ist, dass es niemand merkt und diese Bücher immer wieder ihre Käufer finden.
Natürlich möchte ich nicht alle Fachbücher schlecht machen, es gibt auf dem Markt viele gute Titel und ich habe in den letzten Jahren auch hunderte von Euros für gute Literatur ausgegeben. Glücklicherweise hatte ich ein gutes Händchen oder einfach das richtige Gespür bei der Auswahl so dass fast keine Recycling-Bücher bei mir gelandet sind. Vielleicht hat sich der Anteil an Recycling-Bücher auf dem Markt aber auch erst in den letzten paar Jahren so sprunghaft entwickelt.
| Tags:b�cher, recycling |
| Abgelegt unter: Gedanken IT Kurios |
| Trackback URL für diesen Artikel |
| RSS Kommentare |




Sorry, comments for this entry are closed at this time.