LED Lenser M1 – Let There Be Light

September 7th, 2009 | by Wolfgang |

[Trigami-Review]

Taschenlampen sind für viele Leute kein wichtiges Thema. Die meisten besitzen entweder ein günstiges NoName Produkt und kennen von Markenherstellern maximal die großen Maglite Lampen. Es gibt aber eine deutsche Firma, die es mit einer unglaublichen Hingabe an das Thema Licht geschafft hat, zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Bereich zu werden: die Zweibrüder Optoelectronics GmbH.

Wie der Name bereits impliziert, wurde diese Firma von zwei Brüdern gegründet, die sich nichts geringerem verschrieben haben, wie der Entwicklung der perfekten Taschenlampe. Mir wurde freundlicherweise ein Exemplar des Modells LED Lenser M1 zur Verfügung gestellt, dass ich ausgiebig testen durfte. Im folgenden möchte ich meine Eindrücke schildern.

Lieferumfang

Die LED Lenser M1 kommt in einer edlen Kartonverpackung daher und mir drängte sich unweigerlich der Vergleich zu den Verpackungen von iPod & Co auf. Hier hing es nicht nur darum, das Produkt sicher zu verpacken, sondern auch ansehnlich und edel.

Im Lieferumfang befindet sich neben der sehr handlichen M1 eine Anleitung, ein kleines Heftchen mir einer Produktübersicht, ein Nylonholster für die Lampe sowie eine SmartCard, auf der der die Schaltfunktionen der Lampe im übersichtlichen Scheckkartenformat aufgeführt sind. Das ist sicher praktisch, wenn man die Lampe längere Zeit nicht benutzt und dann nicht durch umständliches Ausprobieren die Funktionen erraten will.

Der Lieferumfang der LED Lenser M1

Der Lieferumfang der LED Lenser M1

Übersicht und erster Eindruck

Die LED Lenser M1 ist eine Hochleistungs-LED-Taschenlampe, die aufgrund ihrer Größe in jede Hosentasche passt. Sie unterscheidet sich von anderen LED-Taschenlampen, die oftmals sehr günstig zu haben sind, neben ihrer hochwertigen Verarbeitung durch einige Innovationen, die von Zweibrüder Optoelectronics entwickelt wurden.

Am markantesten ist hier die Kombination von Linse und Reflektor. Soweit ich mich erinnern kann, hatten bisher alle meine Taschenlampen einen Reflektor, in dessen Mitte eine Glühlampe saß. Den daraus resultierenden Effekt kennt jeder und mag keiner: in der Mitte des Lichtkegels gibt es immer einen dunklen Fleck, da an dieser Stelle im Reflektor die Lampe sitzt. Außerdem hat das abgestrahlte Licht „Kreise“ unterschiedlicher Intensität.

Nahaufnahme der M1 im eingeschalteten Zustand

Nahaufnahme der M1 im eingeschalteten Zustand

Statt eines Reflektors kann man auch vor die Lampe oder LED eine Linse setzten, die das Licht bündelt und schön homogen abstrahlt. Dann gibt es weder einen dunklen Fleck in der Mitte noch die erwähnten Kreise. Natürlich haben Linsen auch einen Nachteil, denn sonst wären sie ja in jeder Lampe verbaut. Wird nur eine Linse eingesetzt, dann gehen um die 70% des abgestrahlten Lichts verloren, da sie nie die Linse erreichen. Reflektoren haben hier eine viel bessere Ausbeute. Also doch auf Reflektoren setzen?

Zweibrüder Optoelectronics haben beide Systeme miteinander kombiniert, um eine Lampe mit den Vorteilen von Linse (homogenes Licht ohne dunklen Fleck) und Reflektor (hohe Lichtausbeute) zu bauen. Das verspricht ein wirklich gutes Leuchterlebnis. Ob das stimmt, wird etwas weiter unten bei meinem Praxistest verraten.

Ein weiters Feature der M1 ist die „Speed Focus“ genannte Einhandfokussierung. Während man bei herkömmlichen Lampen den Reflektor bzw. einen Ring am vorderen Ende der Lampe zum Fokussieren drehen muss, reicht es bei der M1, den Reflektor nach vorn zu ziehen, bzw. nach hinten zu drücken. Das geht leicht mit dem Daumen ohne eine zweite Hand zur Hilfe zu nehmen.

Eine weitere Besonderheit sind die verschiedenen Leuchtmodi der M1. Diese können durch verschiedene Tast- und Schaltkombinationen aktiviert werden. Tasten heißt hierbei, dass der am hinteren Ende der Lampe angebrachte Knopf nur angetippt wird. Beim Schalten wird er ganz durchgedrückt.

Wird der Knopf nur einmal durchgeschaltet, dann befindet ich die Lampe im Powermodus und leuchtet mit beindruckenden 155 Lumen. Das ist so hell, dass man Sternchen sieht, wenn man hineinblickt. Durch einmaliges Tasten und anschließendes Schalten aktiviert man den Dimmmodus. Hier leuchtet die Lampe mit nur 15% ihrer Leistung (also ein bisschen mehr als 23 Lumen). Das spart Energie und ist z.B. zum Lesen von Karten oder allgemein zum blendungsfreien Arbeiten gedacht.

Beim dritten Modus handelt es sich um den Strobe Modus, der die Lampe in sehr kurzen Intervallen mit voller Helligkeit blitzen lässt. Dies soll einen möglichen Angreifer irritieren und so der Selbstverteidigung dienen. Ich will nicht zuviel vorweg nehmen, aber der Stobe Mode ist zumindest aus wenigen Metern Entfernung wirklich heftig.

Praxistest

Um die Lampe auf Herz und Nieren zu testen, machte ich mich nachts auf in den Wald. Während meiner gut zweistündigen Wanderung mit der M1 experimentierte ich ausgiebig mit den verschiedenen Funktionen. Der Powermodus ist wirklich sehr hell und ermöglicht es, mit dem defokussierten Strahl den Weg vor einem großzügig auszuleuchten. Wenn man den Strahl allerdings stark fokussiert, dann wirkt die Lampe fast schon wie ein Suchscheinwerfer („Lichtschwert“ drängt sich auch irgendwie auf) mit einer beträchtlichen Reichweite. Das war im Wald nützlich, um weit ins Unterholz zu leuchten und so z.B. die Ursache von verschiedenen Geräuschen auszumachen. Natürlich sollte man eine so helle Lampe nicht verwenden, um Tiere mit Absicht zu blenden! Besonders positiv fiel mit gleich am Anfang der Wanderung das homogene Licht auf. Dadurch ist es wirklich bedeutend einfacher, sich zu orientieren, da alles gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Wenn man sonst immer „normale“ Taschenlampen benutzt, gewöhnt man sich wahrscheinlich irgendwann an das inhomogene Licht und stört sich nicht mehr daran. Ich muss aber sagen, dass man sich an das gleichmäßige Licht der M1 auch sehr schnell gewöhnt :)

Impressionen von der M1

Impressionen von der M1

Im Wald gibt es ja immer wieder Hinweisschilder und Wegweiser. Im Powermodus war es fast nicht möglich, diese zu lesen, da das Licht viel zu stark reflektiert wurde und daher blendete. Zum Glück kann man die M1 schnell in den 15% Dimmmodus schalten. In diesem Modus ließen sich die Schilder problemlos und vor allem blendfrei lesen. Ich habe auch festgestellt, dass der Dimmmodus eigentlich ausreichend ist, um im Wald den Weg zu finden. Das spart auch eine Menge Energie. Und falls man schnell mehr Licht benötigt, dann steht dieses per Knopfdruck augenblicklich zur Verfügung.

Für einen Test des Strobemodus stellte sich meine Begleitung (fast freiwillig) zur Verfügung und das Resultat war wirklich überzeugend („Oh man, was soll das? Ich sehe nur noch Sternchen“). Auch hier gilt: bitte nicht zum Spaß Leute oder Tiere blenden.

Fazit
Ich muss zugeben, dass ich vor diesem Test nicht wirklich viel Ahnung von Taschenlampen hatte. Natürlich wusste ich, dass es unterschiede in den Bereichen Qualität, Verarbeitung und Typ (Glühlampe, LED) gibt. Aber ich hatte bisher noch nie eine Lampe aus dem oberen Preissegment in Händen. Die M1 von Zweibrüder hat mich aber sofort in meinen Bann gezogen (und ich habe in der letzten Woche keine Gelegenheit ausgelassen, um meinen Bekannten ab Anbruch der Dämmerung meine Lampe vorzuführen).
Ich bin aus drei Gründen von der Lampe begeistert. Zum einen ist die extrem hochwertige Verarbeitung: vergoldete Kontakte, massives Aluminium für den Körper, perfekte Spaltmaße. Dazu kommt die wirklich bemerkenswerte Leuchtkraft und die kleinen, aber feinen Features wie der „Speed Fokus“ oder die mikroprozessortgesteuerten Leuchtprogramme (100%, 15%, Stroboe). Im Lieferumfang befindet sich auch die
Neben diesen Fakten war mir die Herstellerfirma auf den ersten Blick sehr sympathisch. Ich will an dieser Stelle nicht abschweifen, aber ein Blick in die Unternehmensgeschichte ist sehr empfehlenswert.

Um es auf den Punkt zu bringen: diese winzige Lampe ist so hell und mit durchdachten Funktionen ausgestattet, dass ich sie nichtmehr missen möchte. Natürlich hat so ein Gerät auch seinen Preis. Im Handel ist die M1 für ca. 60,-€ erhältlich. Wenn man vorhat, die Lampe regelmäßig zu benutzen, dann ist dieses Geld aber meines Erachtens nach gut investiert. Für offene Fragen zur M1 oder den anderen Produkten von Zweibrüder ist die eigene Community eine gute Anlaufstelle. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Danke an Zweibrüder optoelectronics für das zur Verfügung stellen des Testexemplars.

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